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Die Weide hat in der Volksmedizin eine lange Tradition. Bereits
Hippokrates verordnete gegen Gelenkentzuendungen einen
fiebersenkenden und entzuendungshemmenden Aufgus aus Weidenrinde.
1898 gewannen Wissenschaftler aus der Weidenrinde erstmals
Salizylsaeure. Sie legten damit den Grundstein fuer das wohl
bekannteste Arzneimittel weltweit, das Aspirin.
Botanik Die Weide mit ihren biegsamen aesten waechst bei uns als laum
bis zu 20 m Hoehe oder als Strauch. Sie gehoert zur Familie der
Weidengewaechse. Der Geruch der Rinde ist schwach wuerzig, im
Geschmack ist sie bitter und zusammenziehend.
Vorkommen Weiden sind in fast ganz Europa, Nordasien und Nordamerika
beheimatet. Sie bevorzugen einen feuchten Boden und sind deshalb in
der Naehe von Fluessen, an Graeben und Raendern von feuchten Waeldern zu
finden.
Pflanzenteile Nur die Rinde der Silberweide wird als Arzneidroge
verwendet. Im Fruehjahr wird sie von den 2-3 jaehrigen Zweigen
abgeschaelt.
Inhaltsstoffe Die Rinde enthaelt Salizin und Salizylate. Im
menschlichen Organismus wird aus ihnen die Salizylsaeure gebildet.
Sie wirkt fiebersenkend, schmerzlindernd, entzuendungshemmend und
antiseptisch. Weitere Inhaltsstoffe sind Gerbstoffe und Flavonoide,
wie Querzetin und Katechin.
Heilanzeigen Weidenrindentee hilft bei leichten fieberhaften
Erkaeltungen und grippalen Infekten, auch in Verbindung mit Kopf- und
Muskelschmerzen. Man benutzt ihn ebenso bei akuten und chronischen
rheumatischen Beschwerden und Schmerzen, die auf Entzuendungen
zurueckzufuehren sind. Nach der Auffassung der Volksmedizin soll das
Trinken von Weidenrindentee bei Rheuma und Gicht zu einer vermehrten
Ausscheidung
von Harnsaeure verhelfen. aeuserlich angewendet, wirken
Umschlaege und Waschungen mit Weidenrindenaufgus auf die entzuendete
Haut zusammenziehend und helfen bei schlecht heilenden Wunden.
Extra-Tip Da der Salizylatgehalt der Weidenrinde gering ist, treten
Nebenwirkungen oder allergische Reaktionen im allgemeinen nur bei
sehr empfindlichen Personen auf. Die enthaltenen Gerbstoffe koennen
dagegen Magen-Darm-Beschwerden verursachen.
Anwendungsarten
Teeaufgus 2 TL feingeschnittene oder grobgepulverte Weidenrinde in 1
l kaltem Wasser ansetzen, 2-3 Std. einweichen und langsam zum Sieden
bringen. 5 Min. stehenlassen, anschliesend abseihen. 3 mal taeglich 7
Tasse trinken. Bei Erkaeltungskrankheiten kann die Kombination mit
schweistreibenden Heiltees (Holunder- und Lindenblueten) die Wirkung
unterstuetzen.
Pulver Die Rinde erst kurz vor der Anwendung zu feinem Pulver
vermaehlen. 7-3 TL taeglich mit etwas Wasser einnehmen.
Wein Setzen Sie 50 g zerkleinerte Rinde in 700 ml Weiswein an.
Schuetteln Sie die Mischung gelegentlich auf, und seihen Sie sie nach
10 Tagen sorgfaeltig ab. Trinken Sie vor den Hauptmahlzeiten jeweils
1 Glaeschen.
Fusbad Stellen Sie aus der gepulverten Rinde (5 g pro 100 ml Wasser)
eine Abkochung her. Fuer Fusbaeder bei Schlaflosigkeit verduennt
anwenden.
Auflage Frische zerquetschte Weidenrinde direkt auf die schmerzenden
Stellen auflegen. Die Auflage bei Bedarf nach 1-2 Std. erneuern.
:Stichworte : Heilpflanze
:Stichworte : Info
:Quelle : www
:Quelle : Erfasst *RK* 01.04.04 von
:Quelle : Michael Staib
:Fingerprint : 25430990,-2010091824,Kalorio
:Datum : 11.12.2006
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