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_Heimat_ Die Heimat der Tomate liegt in Mexiko und Mittelamerika. Die
Azteken kultivierten, schon lange bevor Columbus 1492 nach Amerika kam,
die kleinen Kirschtomaten. Sie gaben ihnen den Namen aeTomatlae, was so
viel heisst wie aeSchwellfruchtae. In Europa wurde die Tomatenpflanze
lange Zeit nur als Zierpflanze verwendet, da man die Fruechte aufgrund
des bitteren Geschmacks fuer giftig hielt. Im 16.
Jahrhundert fand die Tomate unter dem bekannten Namen aepomodoreae (der
goldene Apfel) Eingang in die italienische Kueche. In Oesterreich ist
die Tomate als aeParadeiserae (Paradiesapfel) bekannt.
_Botanik_ Botanisch zaehlt die Tomate zu den Nachtschattengewaechsen.
Der Name kommt daher, dass die Pflanze tagsueber Energie speichert, die
sie nachts in Biomasse umwandelt. Die einjaehrigen Pflanzen haben
aufgrund der aetherischen Oele charakteristisch riechende, grosse,
behaarte Blaetter. Im unreifen Zustand enthalten die Fruechte, die
botanisch gesehen Beeren sind, das giftige Alkaloid Solanin, das
waehrend der Reifung verschwindet. Das Alkaloid ist der Grund, weshalb
man gruene Tomaten nicht essen und gruene Stellen und den Stielansatz
der Tomaten entfernen sollte. Auch eingelegte gruene Tomaten sollten
nur in geringen Mengen genossen werden, da durch das Einlegen fast kein
Solanin abgebaut wird.
_Anbau_ Tomaten sind das beliebteste Gemuese der Deutschen. Etwa 20 kg
Tomaten isst jeder Deutsche pro Jahr. Sie werden heute weltweit
angebaut. Ist die Temperatur zu niedrig, werden die sehr
frostempfindlichen Pflanzen in Glashaeusern oder, wie in Suedeuropa,
unter Folie kultiviert. Der Anbau in Deutschland reicht fuer den
grossen Bedarf an Tomaten nicht aus. Importe kommen vor allem aus
Italien, der Niederlande, Belgien und Spanien.
_Sorten_ Es soll ueber 2500 verschiedene Sorten geben und ebenso viele
Zuechtersorten, die niemals angemeldet wurden. Einige Sorten werden in
Substraten ohne Erde angebaut. In den USA gibt es gentechnisch
veraenderte Tomaten (in Deutschland bislang verboten), die laenger
haltbar sind. Allerdings wurde diese aeAnti-Matsch-Tomateae aufgrund
mangelnden Erfolgs schnell wieder vom Markt genommen. Gentechnisch
veraenderte Tomaten kommen dort nur noch verarbeitet als Konzentrat,
Pueree oder Ketchup auf den Markt. Es gibt runde, ovale und
birnenfoermige Tomaten. Die Farbe der Tomate variiert von saftig rot
ueber orange bis zu gelb und sogar bis rot-schwarz und violett. Seit
einigen Jahren werden weltweit von Biobauern und hierauf
spezialisierten Erhaltungszuechtern alte Sorten wieder angebaut, die
fast ausgestorben waren. Bei diesen alten Sorten zaehlt insbesondere
der Geschmack, der von treuen Kunden auch bezahlt wird.
_Sorten und Verwendung in der Kueche_ - Runde Tomaten: Sie besitzen
eine dicke Schale, sind saftig und weisen einen dezent saeuerlichen
Geschmack auf. Da sie schnittfest sind, eignen sie sich besonders fuer
Salate, aber auch fuer Tomatensossen und Suppen.
- Eier- oder Flaschentomaten: Sie sind nicht so saftig, dafuer aber
suesser und mit intensivem Aroma. Sie haben weniger Kerne und eignen
sich gut fuer Salate und als Brotbelag.
- Fleischtomaten: Sie sind mit bis zu 300 g die schwersten Fruechte.
Sie besitzen sehr viel Fruchtfleisch, sind suesser als die Rundtomaten
und haben weniger Saeure. Sie eignen sich besonders gut zum Fuellen.
- Rispentomaten (Strauchtomaten): Sie reifen an der Pflanze voellig
aus, werden mit dem gesamten Zweig gepflueckt und auch so
im Handel
angeboten. Sie haben einen herzhaften Geschmack und eignen sich
besonders fuer Tomatensalat und Brotbelag.
- Kirsch- oder Cocktailtomaten: Sie haben ein saftig, suesses Aroma
und sind besonders bei den Kindern beliebt, da man sie im Ganzen in den
Mund stecken kann. Ideal fuer dekorative Cocktailhaeppchen.
- Gelbe Tomaten: Sie werden bei uns seltener angeboten, sind in
Italien und Spanien sehr beliebt.
- Tomatillos oder gruene Tomate: in Mexiko sehr beliebte Frucht fuer
Salsas und Suppen. Sie enthalten kein Solanin.
_Inhaltsstoffe_ Je mehr Licht die Tomaten bekommen und je reifer sie
geerntet werden, desto hoeher ist ihr Naehrstoffgehalt und umso besser
schmecken sie. Da sie sehr viel Wasser enthalten, sind sie recht
energiearm (11 kcal/100 g). Trotzdem liefern sie eine Reihe wichtiger
Vitamine wie Folsaeure oder Vitamin C, A und E. Sie sind reich an
Kalium, das entwaessernd und harntreibend wirkt sowie an Zink, das
wichtig ist zur Aktivierung des Immunsystems. Die rote Farbe verleiht
das Carotinoid Lykopin. Es soll die Abwehr staerken, das
Herzinfarktrisiko senken und gegen bestimmte Krebserkrankungen
vorbeugend wirken. Der Koerper nimmt Lykopin besonders gut aus
verarbeiteten Tomaten auf, zum Beispiel in Form von Tomatensosse,
gegarten Tomaten oder Tomatensaft. Beim Erhitzen der Tomate wird
Lykopin nicht zerstoert, sondern besser aus den Zellen freigesetzt.
Hitzeanfaellig hingegen sind die Vitamine. Deshalb sollten Tomaten
nicht nur verarbeitet, sondern haeufig auch frisch auf den Tisch
kommen.
_Einkauf_ Da reife Tomaten sehr druckempfindlich sind, werden
insbesondere Fruechte, die aus dem Ausland geliefert werden, noch gruen
gepflueckt. Sie reifen zwar nach, aber das Aroma laesst sich nicht mehr
steigern. Daher sollte man jetzt zur Saison (Mai bis Oktober) reichlich
frische Tomaten aus der Region verzehren. Reif gepflueckte Tomaten
erkennt man daran, dass sie auf Druck leicht nachgeben und einen
angenehmen Duf
Zutaten: 1 Info - - Kaffee oder Tee, - "Tomaten", - SWR 20.07.2006 - Erfasst von Christina Phil Kaffee oder Tee, "Tomaten", SWR 20.07.2006
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