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    7. dinkel , info
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      Info , Dinkel , Gr?nkern , Weizen
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    Obwohl Dinkel als Getreide nicht mehr allzu bekannt ist, begegnet
    uns der Name noch in vielen Ortsbezeichnungen wie Dinkelrode oder
    Dinkelsb?hl oder auch als Familiennamen wie Dinkelmann oder
    Dinkelacker. Die wenigen +Insider? kennen Dinkel unter verschiedenen
    Bezeichnungen, z. B. Spelz, Korn oder +die Kernen?, wovon sich der
    Name Gr?nkern ableitet. Die lateinische Bezeichnung lautet Triticum
    spelta. Dinkelk?rner sind Weizenk?rnern sehr ?hnlich, wobei das
    Dinkelkorn etwas gr??er und schlanker ist als das Weizenkorn. Der
    Dinkel ist der n?chste Verwandte des Weizens und l??t sich in der
    K?che auch ?hnlich verwenden. Allerdings besitzt er einige
    Eigenarten (mehr dazu im Kapitel Kochen mit Dinkel und Gr?nkern.
    Auch auf dem Feld ist der Dinkel dem Weizen sehr ?hnlich. Wenn er
    nicht mit chemischen Halmverk?rzern behandelt wird, erreicht er
    eine H?he von bis zu 1,50 m. Dinkelbest?nde sehen etwas sch?tterer
    aus als Weizenfelder; und viele Sorten fallen schon von weitem durch
    ihre rotbraune F?rbung auf. Die ?hren der heutigen Sorten sind sehr
    schlank und - im Gegensatz zu den fr?heren - unbe-grannt, d. h. sie
    besitzen keine steifen, widerhaarigen Borsten, sogenannte Gran-nen.
    Unreife ?hren stehen senkrecht, bei der Reife senken sie sich in
    eine nickende Stellung ab. Eine ?hre besteht aus vielen kleinen
    ?hrchen, die links und rechts der ?hrenspindel angeordnet sind.
    Jedes dieser ?hrchen enth?lt in der Regel zwei K?rner. Sie sind von
    Spelzen umschlossen, die so fest zusammengewach-sen sind, da? das
    Korn nicht ausf?llt. Spelze und Korn sind jedoch nicht mitein-ander
    verwachsen. Da die ?hrenspindel sehr br?chig ist, zerfallen die
    ?hren leicht in die einzelnen ?hrchen, die man Vesen nennt. Um
    speisefertigen Dinkel zu erhalten, m?ssen die K?rner in der M?hle
    durch einen sogenannten Gerbgang von den Spelzen befreit werden. Bei
    der Lagerung hingegen bieten die Spelzen einen willkommenen Schutz.
    Auch zur Aussaat, die im September und Oktober stattfindet, l??t man
    die K?rner in den Spelzen. Das Getreide geht noch im Herbst auf, und
    die Pflanze beginnt mit der Bestok-kung, d. h. sie bildet erste
    Seitentriebe. Im Fr?hjahr setzt dann das eigentli-che Wachstum ein.
    Jede Getreidepflanze bildet mehrere ?hren aus, die Ende Juli
    erntereif sind.

    Weizen und Dinkel im Vergleich

    Stiefkind der modernen Landwirtschaft Weil sich Weizen und Dinkel so
    ?hnlich sind, standen sie schon immer in Konkur-renz zueinander. Im
    Laufe dieses Jahrhunderts hat der Weizen den Dinkel fast vollst?ndig
    verdr?ngt. Diese Entwicklung wird verst?ndlich, sobald man sich mit
    den Anbaumethoden be-sch?ftigt, die durch die Eigenarten der beiden
    Pflanzen bedingt sind. Dinkel besitzt gegen?ber Weizen
    unbestreitbare Vorteile, er ist vor allem wider-standsf?higer. Er
    vertr?gt starken Frost und gedeiht sogar noch auf Gesteins-b?den mit
    seichter Ackerkrume. Aufgrund dieser Eigenschaften eignet er sich
    f?r den Anbau in H?henlagen bis zu 1000 m. Weizen verlangt dagegen
    ein milderes Klima und besonders ergiebige B?den. Dinkel ist sowohl
    gegen ?berm??ige N?sse als auch gegen Trockenheit unempfindlicher.
    Sein kr?ftiges Wurzelwachstum er-m?glicht eine bessere Ausnutzung
    der vorhandenen N?hrstoffe im Boden. Die fest verwachsenen Spelzen
    sch?tzen die K?rner vor Krankheiten, Vogelfra? und dem Auswachsen.
    Kr?ftige Bl?tter unterdr?cken Unkraut. F?r die moderne
    Massenproduktion von Lebensmitteln wogen und wiegen heute noch die
    Nachteile des Dinkels allerdings schwerer; denn Dinkel ist weniger
    ertrag-reich als Weizen. Mit konventionellen Anbaumethoden erzielt
    man bei Dinkel Ertr?ge von 22 - 25 dz/ha entspelzter Ware, bei
    Weizen dagegen 70 dz/ha. Allein das ist ein verst?ndlicher Grund
    daf?r, da? nur dort Dinkel angebaut wird, wo wirklich kein Weizen
    mehr w?chst. Au?erdem erfordert die Beschaffenheit der Dinkel?hre
    bei der Ernte und der Aufbereitung besondere Techniken. Fr?her
    schnitt man die Halme mit der Sichel und zog die ?hrenb?ndel noch
    auf dem Feld durch ein Reft, einen gro-?en Kasten mit einem Kamm an
    der Oberkante. Die ?hren blieben in diesem Kamm h?ngen und fielen
    dann in den Kasten. Diese Arbeit war sehr anstrengend und
    zeitraubend. Die ersten Erntemaschinen, die um die Jahrhundertwende
    aufkamen, z. B. M?hbinder, konnte man zur Dinkelernte nur schwer
    einsetzen, da die br?chi-gen ?hrenspindeln bei dieser Technik
    zerfielen und auf diese Weise viel Getreide verlorenging. Sehr
    umst?ndlich ist auch das Entspelzen, das sogenannte Gerben der Vesen.
    Der Spelzenanteil macht etwa 30 - 35 % des geernteten Dinkels aus.
    Um die K?rner von ihrer H?lle zu trennen, mu? eine M?hle mit einem
    sogenannten Gerbgang ausger?-stet sein. Diese Spezialeinrichtung
    besteht wie eine normale M?hle aus zwei runden Steinen, von denen
    der untere feststeht und sich der obere dreht. Gerb-m?hlen haben
    besonders weiche Steine, die mit viel Fingerspitzengef?hl so
    eingestellt werden m?ssen, da? der Anstand eng genug ist, um die
    Spelzen aufzubre-chen, ohne die K?rner zu besch?digen. In modernen
    Anlagen werden die Vesen von rotierenden H?mmern durch ein Sieb
    gepre?t, das die Spelzen zur?ckh?lt. Das Getreide wird danach durch
    eine Reinigungsanlage geschickt, um Spelzen, Unkrautsamen und Steine
    auszusortieren. Der Gerbgang entf?llt beim Weizen v?llig, weil die
    Weizenk?rner lockerer in den Spelzen sitzen. Sie fallen bei den
    heutigen Erntemethoden schon im M?hdrescher heraus und m?ssen in der
    Reinigungsanlage nur noch von Verunreinignngen befreit werden. Der
    im Vergleich erhebliche Mehraufwand bei geringerem Ertrag f?hrte
    dazu, da? der Dinkel in unserem Jahrhundert auch z?chterisch immer
    mehr vernach-l?ssigt wurde. Man z?chtete statt dessen
    widerstandsf?higere Weizenarten und weitete den Weizenanbau durch
    Kunstd?ngung und Pflanzenschutzma?nahmen auch auf ung?nstigere
    Standorte aus. W?hrend des ?Dritten Reichs? legte die Regierung
    allen Dinkelbauern in Deutschland nahe, an Stelle von Dinkel den
    ertragreichen Weizen anzubauen, um dadurch Versorgungsengp?ssen
    entgegenzuwirken. Die Dinkelernte ist heute einfacher geworden. Man
    kann Dinkel wie Weizen mit dem M?hdrescher ernten. Dabei st?rt es
    nicht, da? die Spindel zerf?llt. Die Vesen werden im M?hdrescher
    gesammelt und auf Wagen verladen, die sie dann in die M?hle bringen.
    Der Gerbgang ist allerdings unentbehrlich geblieben, und daran wird
    sich auch in Zukunft nichts ?ndern. Auch von seiten der B?cker gibt
    es Einw?nde gegen Dinkel: Bei der mechanischen Teigverarbeitung hat
    sich Dinkel als ungeeignet erwiesen. Der Dinkelteig ist
    au?erordentlich z?h und verklebt die Maschinen. Aus diesem Grund ist
    auch die Nachfrage der B?cker nach Dinkel stetig zur?ckgegangen.
    Unter diesen Umst?nden mu? ein Landwirt verst?ndlicherweise gut
    ?berlegen, ob sich der Dinkelanbau f?r ihn lohnt. Am leichtesten
    wird eine positive Entscheidung noch in den traditionellen
    Anbaugebieten fallen, wo die Gerbeinrichtungen bereits vorhanden
    sind. Diese Ge-biete sind jedoch in Deutschland sehr klein; sie
    beschr?nken sich auf das ?Bauland? um Boxberg und Bad Mergentheim
    und die Schw?bische Alb.
    :Datum : 11.12.2006

    Zutaten:
    Info zu Dinkel
    Ü -
    - Buch
    - Erfasst *RK* 17.12.02 von
    - Michael Staib


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