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    Nat?rlich hat der Metzger im Sommer, wenn Grillwetter angesagt ist,
    eine riesige Auswahl von W?rsten parat, oft bietet er auch bereits
    marinierte Steaks, Schnitzel und Rippchen an, die Bequemlichkeit oder
    den Zeitmangel seiner Kundschaft kennend. Das mag ja praktisch und
    hilfreich sein, aber auf die Dauer langweilig - und f?r den Gourmet
    vielleicht auch nicht immer zufrieden stellend. Wir haben uns deshalb
    Gedanken gemacht, was man sonst noch alles auf den Grill legen kann.

    _Wie man die Wartezeit verk?rzt_ Nun hat Grillen auch etwas mit
    Geduld zu tun, die nicht jedermanns Sache ist: Erst braucht es seine
    Zeit, bis die Holzkohle so richtig gl?ht, und dann muss man sich noch
    einmal ewig gedulden, bis die Sachen endlich gar sind.

    Daf?r haben wir uns ein Erste-Hilfe-Programm ausgedacht: Wir machen
    Bruschetta (sprich Bruhsketta), nat?rlich wieder eine Idee aus
    Italien, wo man einfach weiss, was gut schmeckt: Auf dem Rost ?ber
    Holzkohlenglut ger?stete Weissbrotscheiben, die mit Knoblauch
    abgerieben, mit Oliven?l betr?ufelt und mit gutem Salz gew?rzt
    werden. Das allein ist schon eine Delikatesse - aber man kann den
    Genuss verst?rken beziehungsweise auf die Spitze treiben, indem man
    noch zus?tzliche pfiffige Dinge vorbereitet, die auf den ger?steten
    Brotscheiben gut schmecken. Und damit l?sst sich dann m?helos die
    Zeit ?berbr?cken, bis man endlich essen kann, ohne dass der Hunger
    allzu sehr zwickt.

    _Am Anfang steht der Grill_ Da gibt es ja eine unendliche Vielzahl
    von
    M?glichkeiten. Vom simplen Rost, den ein paar Steine im richtigen
    Abstand ?ber der Glut halten, bis zum rollbaren Super-Luxus-Modell mit
    Deckel, Beistelltisch und allen Schikanen. Grills gibt es f?r jeden
    Geldbeutel und in jeglicher Gr?sse, f?r Holzkohle, mit Gas betrieben
    oder mit Elektroschlangen aufgeheizt - das ?richtige? Grillen passiert
    aber auf ?richtiger? Glut ...

    Wichtig ist: Niemals in der offenen Flamme grillen. Das ist nicht
    nur gesundheitssch?dlich, sondern auch k?chentechnisch und
    kulinarisch Unsinn, denn die Produkte verbrennen aussen, sind innen
    aber noch roh. Die Kohle sollte komplett durchgl?ht, also rundum von
    einer weissen Schicht umh?llt sein - dann ist sie genau im richtigen
    Stadium.

    _Von Benzpyrenen und anderen sch?dlichen Stoffen_ Grillen ist bei
    gesundheitsbewussten Menschen ein wenig in Verruf geraten, seit man
    herausgefunden hat, dass gesundheitssch?dliche Stoffe entstehen, wenn
    das erhitzte Fett in die Glut tropft und dort verdampft. Diese
    Substanzen finden sich dann im Fleisch wieder.

    Deshalb haben sich die Konstrukteure einiges einfallen lassen. So hat
    man den Elektrogrill entwickelt, bei dem Lavasteine durch Heizst?be
    oder eine -schlange erhitzt werden, welche ihre Energie ihrerseits an
    den Rost abstrahlen, auf dem man dann die W?rstchen und Steaks garen
    kann. Ein Teil des herabtropfenden Fetts wird von ihnen unsch?dlich
    gemacht, ein anderer Teil aber kann weiterhin zwischen den heissen
    Steinen verzischend jene sch?dlichen Benzpyrene entstehen lassen, die
    man vermeiden will. Deswegen hat man schliesslich den senkrechten
    Grill
    wieder ?neu erfunden? - vor allem mit Elektro- oder Gasheizung, wie
    man
    ihn in der Gastronomie seit langem kennt. Nach diesem Prinzip hat man
    bereits im Mittelalter vor dem Kamin gegrillt (aus dieser Zeit stammt
    die ber?hmte ?Chaine des Rotisseurs?): Hier kommt die Hitze von der
    Seite, das Gargut wird auf Spiessen davor gleichm?ssig gedreht - wenn
    hier etwas heruntertropft, verbrennt es nicht, sondern wird in einer
    Fettpfanne aufgefangen. Sch?dliche Stoffe k?nnen so gar nicht erst
    entstehen ...

    Dass auch Acrylamid beim Grillen entstehen kann, hat man erst in
    j?ngster Zeit entdeckt, seit man ?berhaupt solch winzige Mengen
    messen kann. Zuerst hatte man vermutet, Acrylamid entst?nde nur in
    Verbindung mit St?rke und Zucker bei zu starker Hitze. Inzwischen
    weiss man, dass auch Eiweisse diesen Stoff entwickeln k?nnen. Man soll
    sich aber trotzdem davon nicht zu sehr beunruhigen lassen: Es ist
    schliesslich die Dosis, die es zum Gift macht, wie ja schon
    Hippokrates
    wusste, und man wird ja nicht t?glich scharf Gegrilltes in grossen
    Mengen zu sich nehmen. Und wer darauf achtet, dass die Kruste, die
    beim
    Grillen entsteht, nicht zu dunkel ger?t, braucht sich ohnehin keine
    Sorgen zu machen.

    _Grillen im Alukleid_ Vermeiden lassen sich all diese sch?dlichen
    Begleiterscheinungen, indem man das Grillgut einpackt und so
    verhindert, dass ein direkter Kontakt mit der Glut entsteht. Wir haben
    es ausprobiert: Es ist eine pfiffige Sache, wenn man Gem?se und
    Fleisch, nat?rlich gut gew?rzt und mit einem guten Schuss Oliven?l
    versehen, in Alufolie einpackt und diese P?ckchen auf die Glut legt.
    So werden auch alle S?fte gesammelt und verbinden sich in der H?lle
    zu einer w?rzigen, konzentrierten Sauce. Man braucht daf?r extra
    stabile Folie, oder man legt sie einfach doppelt. Wichtig ist, dass
    die
    Folie nur locker ?ber der F?llung zusammengeschlagen wird, denn es
    muss ein ausreichend grosser Luftraum entstehen, damit der Dampf, der
    sich beim Grillen bildet, sich ausdehnen und auch zirkulieren kann.
    Und
    es ist f?r die G?ste h?chst spannend, wenn jeder sein P?ckchen
    ?ffnet und seine Nase in den ihm entstr?menden Duft h?lt.

    _Was alles gut vom Grill schmeckt_ Welche W?rstchen man nimmt, h?ngt
    nat?rlich vom eigenen Geschmack und der Kunstfertigkeit des Metzgers
    ab. Wir lieben die kleinen, w?rzigen fr?nkischen Schweinsw?rstchen
    oder die kr?ftig nach Majoran duftenden Th?ringer W?rste. Aber auch
    Kalbsbrat- und Rindsw?rstchen schmecken wunderbar vom Grill -
    vorausgesetzt, man hat einen guten Metzger! Nicht zum Grillen geeignet
    sind alle gep?kelten Sachen, etwa Rote Bratw?rste, auch Kassler oder
    Schinken sollte man lieber nicht mit direkter Glut zusammenbringen.
    Es entwickeln sich durch das P?kelsalz besonders schnell die
    sch?dlichen Benzpyrene, sobald Fett in die Glut tropft. Alles
    Gep?kelte sollte stets nur in Alufolie geh?llt und auf diese Weise
    gesch?tzt auf die Glut gelegt werden! Ob Steaks, Schnitzel oder
    Medaillons: Je besser durchwachsen, also von Fettadern durchzogen die
    Fleischst?cke sind, desto zarter und saftiger wird das Fleisch nach
    dem Grillen sein. Das Fett sch?tzt vorm Austrocknen und sorgt
    ausserdem f?r Geschmack. Wegschneiden kann man es dann auf dem Teller,
    wenn man auf Kalorien achten und nicht unn?tig viel Fett essen will.
    Als Faustregel gilt: Je magerer, desto sorgf?ltiger muss man die
    Grillzeit beachten, das Fleischst?ck immer wieder drehen und wenden,
    damit es nicht zu schnell austrocknet. Ideal sind alle Fleischst?cke
    mit Knochen, weil alles am Knochen gegarte Fleisch besonders viel
    Geschmack hat und ausserdem der Knochen ebenfalls wunderbar vor dem
    Austrocknen bewahrt. Deshalb eignen sich Koteletts bestens zum
    Grillen,
    ideal aber sind Rippchen, die flachen Rippen vom Brustst?ck - meist
    bekommt man sie vom Schwein, herrlich auch vom Lamm oder Zicklein.

    Man kann, muss nat?rlich nicht, die Fleisch- oder Rippenst?cke vor
    dem Grillen marinieren. Es ist allerdings ratsam, es zu tun. Denn die
    Marinade sorgt nicht nur f?r Geschmack und macht das Fleisch zart und
    m?rbe, sondern sie dient auch der Konservierung: Schliesslich liegt
    das Fleisch w?hrend des Grillfests ja m?glicherweise eine ganze Weile
    in der W?rme - vor allem, wenn Sie die Sachen zum Picknick mitgenommen
    haben! Da helfen die Gew?rze der Marinade, das empfindliche Eiweiss
    vor dem Verderben zu sch?tzen.

    Tipp: Schneller essbar sind die Rippchen, wenn man sie vor dem
    Marinieren kocht. Sie sind dann auf dem Grill rasch erhitzt, und wenn
    die Marinade Honig oder Zucker enth?lt, bekommen sie auch eine sch?ne
    Kruste. Allerdings: Mehr Geschmack haben sie, wenn man sich in Geduld
    ?bt und die Rippchen auf klassische Weise ?ber der Glut durchgart.

    Gem?se zu grillen ist sehr in Mode gekommen. Das ist gut so, denn
    Fleisch allein w?re einseitig und langweilig, Gem?se bringt ja auch
    buchst?blich neue Farbe auf den Grillteller. Man kann die meisten
    Gem?se einfach in Scheiben oder Streifen auf den Grill betten, dabei
    w?hrend des Grillens immer wieder mit ?l einpinseln, damit nichts
    anbrennt. Auberginen, Zucchini, Paprika - die mediterranen Gem?se
    eignen sich besonders gut, weil in ihnen die Feuchtigkeit in
    gleichzeitig zarten wie festen Zellstrukturen steckt. Auch junger
    Knoblauch ist prima geeignet, den man ebenfalls mitsamt dem
    Blattschopf
    auf den Grill legt.

    Tipp: H?bsch als Pinsel ist ein B?schel Rosmarinzweiglein. Damit
    l?sst sich das ?l gut auftragen, und es nimmt dabei auch von seinem
    verf?hrerischen Duft an.

    _Was trinkt man zum Grillfest? _ Ein anst?ndiges Bier, versteht sich,
    das passt immer. Bei einer gr?sseren G?steschar lohnt es sich
    vielleicht, bei der Bra?rei ein ganzes F?sschen zu besorgen.
    Ausreichend Wasser sollte selbstverst?ndlich ebenfalls da sein,
    Grillen f?rdert den Durst, und den stillt man am besten mit
    prickelndem oder stillem Wasser.
    Der Wein sollte unkompliziert sein. F?r die Weissweinliebhaber
    empfiehlt sich zum Beispiel ein knackiger Riesling, es kann aber auch
    sanfterer Silvaner oder Weissburgunder sein. In jedem Fall
    vorzugsweise
    ein leichter Kabinett, weil er nicht so viel Alkohol hat, der einem zu
    Kopf steigen kann. Rotweinfans greifen vielleicht gern zu einem
    leichten Trollinger, einem geschmeidigen Valpolicella oder einem
    einfachen Chianti.

    Rezepte:
    Bruschetta Auberginencreme T?rkische Hackfleischspiesse
    Mittelmeergem?se im Folienpaket Kartoffelp?ckchen mit Roter Bete und
    Champignons Thaimariniertes H?hnchen im Wirsingblatt W?rzige
    Schweinebauchspiesse
    http://www.wdr.de/tv/service/essen/download/030627rezepte.rtf

    :Stichworte: Feste
    :Stichworte: Grillen
    :Stichworte: Info
    :Stichworte: Information
    :Erfasser/Name: rviceZeit - Essen und Trinken,
    :Datum : 13.12.2006

    Zutaten:
    1 Info
    Ü -
    - Gepostet von: Christina
    - Philipp
    - "Grillen",
    - WDR 27.06.2003;
    - Info von Martina Meuth und
    - Bernd Neuner-Duttenhofer
    - ?berarbeitet f?r Kalorio
    - Erfasst von rviceZeit - Es


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