Anno domini 1548 a?f den 25 tag jan?aren hat mich der kochmaister
simon, des graffen von le?chtenbergs koch, lernen, sultzfisch machen
wie nachfolgt
Erstlich hat er genomen ain hecht von 2 pf?nd vnnd hat jn geschonden
vnnd hat jberzwerch klaine schnitzlen dareinthan vnd z? st?cken
gemacht/ hat sonst a?ch ain schissel mit s?ltz gemacht/ 2 ferchelen
von ainem pf?nd/ hats am r?cken ain wenig herabgeschinten, darnach
hat ers fein a?ffgesetzt, das der kopf vnnd der schwantz jst
a?fgestanden, vnnd hats gesotten/ hat ain wasser jn ainer pfannen
jberthan/ hats lassen sieden, hats a?ch gesaltzen, hat a?ch ain
wenig ain essich jber die forchine geschitt, hat darnach die
forchine jn die brie gelegt, das die brie woll dariber jst gangen,
hats darnach lassen sieden/ man m?? aber nit z? fast sieden, sonst
landt s? sich nit a?ffsetzen, s? werden gar bla?/ vnnd soll die
forchine 3 st?nd jn der brie stan lan/ darnach s? a?ff ain zinin
teller legen/ er hat darnach den hecht gethan jn ain pfannen, hat
ein wenig ain saltz daran gethan vnnd 2 mas? neckerwein vnnd hats
lassen sieden, hat darnach ain wenig mer als ain quertlin von
ha?senplaterwasser daranthan, a?ch ain saffera, pfeffer, z?cker, wie
vill aines yeden g?tt?nckt, hats fein gemach lassen sieden ob ainem
klainen fe?r/ vnnd den faim mit ainem faimleffel herabthan, darnach
die brie jn ainen haffen gesigen vnnd den hecht jn ain schissel
gelegt/ vnnd die brie durch ain w?llin sack oder stramin 3 mal
lassen d?rchla?ffen, das s? fein lauter werd, darnach an die hecht
geschitt, aber die schissel nit gar voll, also gestan lan bis an den
andern tag/ darnach hat er genomen ain schissel, darein hat er die 2
ferchelen gethan vnnd hat ain brie von den sultzfischen a?ch
dareingeschit bey 2 finger, nit voll villen/ a?ch soll man ain
g?tail brie behalten bis den andern tag/ darnach macht mans weis?,
gelb, bra?n, schwartz, gren wie nachfolgt, erstlich die weis? farb
macht man also/ man stosts ain mandel klain vnd mit
ha?senplatterwasser d?rchtriben, das jst die weis? farb, darnach die
weis? farb nemen vnnd gilben, so jst s? gelb, darnach nempt man
trysolita, das jst ain bra?n diechlin, vnnd das diechlin jn
ha?senblaterwasser gelegt vnnd a?str?ckt, so wirt s? bra?n/ die
schwartz farb macht man also/ man m?? ain r?ckin brot nemen/ vnnd ob
ainem rost woll praten, darnach zu b?lffer stossen vnnd mit ainem
ha?senplaterwasser d?rchtreibenn, so wirts schwartz/ darnach nempt
ain handt?ol spinet/ oder mangoldtkra?t vnnd stos jn ainem morser
vnnd treibs mit ha?senblater d?rch, so wirt s? gren, darnach schick
z? ainem maller vnnd last e?ch mit den finff farben jn die schissel
mallen, da kain fisch jn jst, was jr wend, wappen oder gewex, man
mags als woll essen, es m?? aber die s?ltz vor gestanden sein/ ee
mans dareinmalt/ darnach, wan dareingemalt jst/ was jr welt haben,
a?ch b?chstaben, so setzt die 2 forchine fein darein/ vnnd die
jberbliben brie, die jr jber habt glassen, giest darjber, bis die
schissel voll jst nach e?rem gefallen/ vnnd lasts gestan, so jst s?
beraitt.
:Datum : 11.12.2006
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