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Hier haben wir eine Grossfamilie mit weltweit 2000 Mitgliedern, zu
denen vielerlei Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen und Reineclauden
geh?ren und die alle miteinander durch die besondere Mischung ihrer
Inhaltsstoffe eine sehr menschenfreundliche Wirkung als milde
Verdauungshelfer haben. ?Nimm Pflaumen f?r des Alters morsche Last,
denn sie pflegen zu l?sen den hartgespannten Bauch?, dichtete schon
vor fast 2000 Jahren der R?mer Marcus Valerius Martial. Heute geh?rt
hierzulande das allabendliche Einweichen der ?Pfl?umchen? zum Ritual
vieler gesundheitsbewusster, meist ?lterer Damen und Herren, die
vern?nftig genug sind, ihre Verdauung weder mit L?ffeln voller Kleie
noch mit Pillen vorw?rts zutreiben.
Wie so manches wertvolle Obst waren die Pflaumen vermutlich eine
Troph?e, die Alexander der Grosse von seinen Kriegsz?gen nach Hause
brachte. Damaskus wurde das Zentrum des Pflaumenhandels und der Name
Zwetschge, so vermuten Sprachforscher, k?nnte die Verballhornung von
?Damaszener? sein. Wieder war es Karl der Grosse, der daf?r sorgte,
dass Pflaumen und Zwetschgen systematisch bei uns angebaut wurden.
Pflaume - das ist die etwas gr?ssere, runde, fr?h reifende Frucht mit
einer ausgesprochenen ?Naht?. Die Zwetschge dagegen ist l?nglicher,
hat spitze Enden und sie ist die Wunderwaffe in Sachen Verdauung.
Sp?tzwetschgen sollen den ersten Frost abbekommen, denn der schliesst
die Zellgewebe auf und macht die Fr?chte noch s?sser. Kenner meinen,
diese Sp?tzwetschge sei erst perfekt, wenn ihr spitzes Ende so faltig
aussieht ?wie ein H?hnerpopo?.
Pflaumen/Zwetschgen enthalten minimal Eiweiss und Fett, Carotin,
Vitamine B1, B2, C, reichlich Eisen, Kupfer und Zink, ein
fantastisches
Kalium-Natrium- Verh?ltnis und eine ideale knochenst?rkende
Verbindung von Kalzium und Phosphor. Wie bei allen blauen Fr?chten und
Gem?sen erweisen sich die Anthozyane als vielseitige Besch?tzer:
gegen Abwehrschw?che und Infektionen, Entz?ndungen, Thrombosen und
wahrscheinlich auch gegen die Entwicklung von Krebserkrankungen.
Pflaumensaft hat zwar weniger Ballaststoffe als die ganzen Fr?chte,
aber umso mehr Vitamine. So enthalten 5 Trockenpflaumen etwas mehr als
ein Milligramm Vitamin C, 180 Milliliter Saft hingegen fast acht
Milligramm.
In den getrockneten Pflaumen vervielfachen sich die Inhaltsstoffe
nat?rlich - und sie enthalten bis zu 25 Prozent Fruchtzucker, aber vor
allem konzentriert jene pektinartigen Substanzen, die im Darm
aufquellen und nicht nur die Verdauung vorw?rtstreiben, sondern
unterwegs auch unerw?nschte Abfallprodukte und Giftstoffe mitnehmen,
was eine gef?sssch?tzende Wirkung hat. Backpflaumen stehen auf der
jener Lebensmittel, die zur Krebsprophylaxe regelm?ssig gegessen
werden sollen! Trockenpflaumen sollen vor allem zum Fr?hst?ck
gegessen werden wenn sie Verdauungsprobleme beseitigen helfen sollen.
Als klassischer Verdauungshelfer - zumal bei chronischer Verstopfung,
H?morrhoiden, Divertikeln etc. - sind die Trockenpflaumen Nummer eins,
noch weit vor den zuckers?ssen Feigen. Je nach individuellem Erfolg
weicht man sich abends f?nf bis zehn St?ck ein und geniesst sie fr?h
nach dem Aufstehen samt dem Einweichwasser. Mit zw?lf D?rrpflaumen am
Tag w?ren schon zwei Drittel des t?glichen Ballaststoffbedarfs (von
30 g) gedeckt. Aber: 100 g von ihnen haben 240 Kalorien! Man kann sie
aber auch in der K?che verwenden. Butter, Margarine oder -l k?nnen
beim Backen durch p?rierte Trockenpflaumen ersetzt werden, auf diese
Weise lassen sich bis zu 90 Prozent Fett einsparen, ohne Geschmack
einzub?ssen oder die s?mige fettartige Konsistenz.
Wenn Sie Trockenpflaumen beim Backen verwenden, p?rieren Sie etwa 240
Gramm entkernte Pflaumen und sechs Teel?ffel Wasser in einem Mixer.
R?hren Sie nach und nach anstelle von einem Teel?ffel Fett die
gleiche Menge Pflaumenmus unter den Teig. Experimentieren Sie einfach
eine wenig, bis Sie die gew?nschte Konsistenz und den Geschmack
erhalten. _briggebliebenes P?ree h?lt sich zugedeckt einige Wochen
im K?hlschrank.
Frische Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen etc. soll man immer roh
essen,
schon weil die fr?hen Sorten gekocht recht sauer werden und weil -
nach US-Untersuchungen - bei den gekochten die Oxals?ure im K?rper
Kalzium bindet. Sie erg?nzen sehr gut Obstsalate, sollen aber
zerkleinert werden, damit das Carotin besser verf?gbar wird, und aus
dem gleichen Grund mit etwas Fett (zum Beispiel aus Nussmus, N?ssen
oder Rahm) erg?nzt werden. Die Fruchts?uren f?rdern die Sekretion
der Speicheldr?sen und des Magensafts, wirken appetitanregend. Da sie
sehr salzarm sind, werden die Pflaumen f?r Kreislauf-, Nieren-,
Leber-, Rheuma- und Gichtkranke empfohlen. Indische -rzte geben sie
Fieberkranken, weil sie k?hlend auf die K?rpertemperatur wirken. Die
etwas harten Pflaumenh?ute enthalten viel schwerverdauliche Zellulose,
die im Darm G?rungen provozieren kann, drum soll man's mit dem Essen
von rohen Pflaumen nicht ?bertreiben und sie gr?ndlichst kauen und
nicht unbedingt Wasser oder S?fte dazu trinken! Die Oberfl?che
reifer Pflaumen ist von einer nat?rlichen weissen Wachsschicht, dem
?Duftfilm?, ?berzogen. Der ist v?llig unsch?dlich, hat ausnahmsweise
mit Chemie nichts zu tun, zeugt, im Gegenteil, von schonender
Behandlung der Fr?chte.
Jedes Kochbuch, das was auf sich h?lt, f?hrt k?stliche Zwetschgenund
Mirabellen-Rezepte auf. Damit man auch im Winter ?Datschi?, den
bayerischen Hefe-Zwetschgenkuchen, backen kann, sollten sie mit dem
Entsteiner sofort backfertig hergerichtet und eingefroren werden,
einkochen geht nat?rlich auch. F?r ein Backblech braucht man ca. 1,5
kg - also gleich portionsweise einfrieren.
F?r Kompott die Fr?chte in 20 - 30 % iger Zuckerl?sung mit ca. 1 - 2
g Ascorbins?ure (verhindert die Verf?rbung) 3 - 4 Min. blanchieren
und mit der L?sung einfrieren. Sp?ter dann darin aufkochen.
Einkochen: Ganze oder halbierte Fr?chte mit abgek?hlter Zuckerl?sung
begiessen und 30 Minuten bei 80? sterilisieren. Man kann auch die
Fr?chte in die Gl?ser schichten und nur mit Zucker jede Lage
bestreuen, wenn man Kuchenpflaumen im Winter haben will! Einkochen wie
beschrieben. Ein paar Gew?rznelken oder bei entsteinten Pflaumen
einige aufgeklopfte Kerne verbessern das Aroma! Pflaumen in Rotwein
2-3 Gl?ser mit je 1 L Inhalt :2 kg kleine, aromatische Pflaumen :1 L
trockener Rotwein, wie ein Burgunder oder ein Chianti :400 g brauner
Zucker :3-4 Sternaniskapseln :6 Gew?rznelken :2 Zimtstangen in
St?cken Die kleinen, aromatischen Pflaumen waschen, abtrocknen,
halbieren und entsteinen. Den Rotwein mit dem braunen Zucker in einem
Topf einmal aufkochen, dann den Topf vom Herd nehmen und den
Zuckerwein
abk?hlen lassen. Die Pflaumen abwechselnd mit den Sternaniskapseln,
den Gew?rznelken und den Zimtstangen bis je 2 Zentimeter unter den
Rand in die Einmachgl?ser schichten. Den Rotweinsirup bis 1 Zentimeter
unter den Rand aufgiessen und die Gl?ser gut verschliessen.
Anschliessend die Pflaumen in Rotwein bei 90? 30 Minuten lang
pasteurisieren.
Variante: Statt Pflaumen lassen sich auch Zwetschgen, Reineclauden
oder Mirabellen in Rotwein einlegen. Wer es lieber etwas herber mag,
kann die Fr?chte statt mit Sternanis und Zimt mit Piment und etwas
Macis w?rzen, etwas Slivowitz zus?tzlich unterst?tzt das Aroma der
Fr?chte. Die Pflaumen schmecken nicht nur k?stlich als Dessert mit
Vanilleeis, sie machen sich auch hervorragend als Beilage zum
Wildbraten oder zu pikantem K?se.
Versuchen Sie mal zur K?seplatte frische entsteinte Zwetschgen, mit
Frischk?se gef?llt. Oder auch Zwetschgen, im Bauch von Brath?hnchen,
in Rouladen oder einem Putenrollbraten versteckt. Sehr gut auch:
Zwetschgen-Pickles, s?ss-sauer eingelegt mit Senfk?rnern, etwas Zimt
und Nelken.
:Stichworte: Info
:Erfasser/Name: Holger Drechsel
:Erfasst am: 16.9.3
:Datum : 12.12.2006
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Shoppingtipp:
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